Mischa Luy: Die erwartete Katastrophe. Zur Praxis des Preppens

Mischa Luy: Die erwartete Katastrophe. Zur Praxis des Preppens

Datum: Dienstag, 7. Mai, 20 Uhr;

Ort: Eiscafé Capri, Gerberau 30, 79098 Freiburg;

Sogenannte Prepper sind Menschen, die sich gezielt auf den antizipierten Eintritt einer Katastrophe vorbereiten. Die erwarteten Katastrophenszenarien und die darauf ausgelegten Vorbereitungsmaßnahmen variieren je nach Prepper stark. Die Vorkehrungen reichen dabei von mehrwöchiger Bevorratung, über Stromgeneratoren bis hin zu Bewaffnungen und sollen das Überleben ohne fremde Hilfe im Katastrophenfall absichern.
Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte Preppen neben dem Reality-TV Format „Preppers – Bereit für den Weltuntergang“, vor allem durch die mediale Berichterstattung über politisch brisante Vorfälle in Mecklenburg-Vorpommern 2017. Dort wurden ein Kommunalpolitiker und ein Polizeibeamter verdächtigt, Teil der rechtsterroristischen Preppergruppe „Nordkreuz“ zu sein, welche Todeslisten mit Namen von Personen mit linker politischer Gesinnung führte. Laut Recherchen der taz waren zudem Bundeswehrsoldaten in dieser Gruppe involviert. Im potenziellen Krisenfall wollte die Gruppe „Nordkreuz“ den Ausfall staatlicher Behörden dazu nutzen, um mit gehorteten Schusswaffen die gelisteten Personen zu ermorden.

Der Vortrag gibt einen einführenden Einblick in das Phänomen Preppen in Deutschland. Neben einem geschichtlichen Abriss der Genese von Preppen, wird auf Basis von mit aktiven Preppern geführten Interviews, den persönlichen Motivationen sowie den Selbst- und Weltverhältnissen der Prepper nachgespürt. Zudem werden aus sozialwissenschaftlicher Perspektive Thesen zur Erklärung der Entstehung und der zunehmenden Attraktivität dieser außergewöhnlichen Praxis präsentiert werden.
Mischa Luy ist Stipendiat der Hans-Böcker-Stiftung und promoviert zum Thema Prepper an der Ruhr-Universität Bochum.

Chinas große Umwälzung. Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem

Buchvorstellung mit Prof. Felix Wemheuer (Uni Köln)

Chinas große Umwälzung. Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem

Termin: Donnerstag, 25. April , 19 Uhr

Ort: Uni Freiburg, Hörsaal 1009, Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3, 79098 Freiburg

Der gegenwärtige Aufstieg der Volksrepublik China führt zu einer Neuordnung der globalen Machtverhältnisse. Auch innerhalb des Landes haben sich durch die wirtschaftliche Entwicklung Klassen- und Geschlechterverhältnisse grundlegend verändert. Jedes Jahr verlieren Millionen von Bäuerinnen und Bauern ihr Land, und neue Klassen von freien LohnarbeiterInnen und von KapitalistInnen sind entstanden. Streiks, ländliche Unruhen und ethnische Konflikte sind die Folge. Es wird diskutiert, welchen Charakter die heutige chinesische Gesellschaft hat. Wemheuer zeigt, wie gerade durch den Staat die kapitalistische Transformation beschleunigt wird.

Felix Wemheuer, Prof. Dr. phil., *1977. Seit 2014 Professor für Moderne China-Studien an der Universität zu Köln. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören „Social History of Maoist China“, „Marx und der globale Süden“, „Der große Hunger“ sowie eine Biografie von Mao Zedong. Er war Gastwissenschaftler an der Harvard University und studierte „Geschichte der KPCh“ an der Volksuniversität in Beijing.

„Die autoritäre Revolte“ – Buchvorstellung mit Volker Weiß

In seinem mit dem für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Buch „Die autoritäre Revolte“ bietet
Volker Weiß eine tiefgehende und historisch fundierte Zeitdiagnose zu den rechtspopulistischen
Phänomenen Pegida, AfD & Co. Dabei beschreibt er das vielfältige Spektrum der neuen rechten
Bewegungen und untersucht die Herkunft und Vernetzung ihrer Kader. Er zerschlägt er die zentralen
Mythen der Neuen Rechten und zeigt: Gegenwärtig werden nationalistische Strömungen der
Vergangenheit, die der Nationalsozialismus verdrängt hatte, wieder aufgegriffen. Volker Weiß geht den
autoritären Vorstellungen nach und veranschaulicht Übergänge von Konservativismus, Rechtspopulismus
und Rechtsextremismus. Zugleich demaskiert er die antiliberalen Phrasen der Rechten und ihren Gestus
als »68er von rechts«. Die frappierende Erkenntnis: »Abendländer« und Islamisten sind in ihrem Kampf
gegen Selbstbestimmung Waffenbrüder.

Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Clubs Freiburg in Kooperation mit der jos fritz Buchhandlung.

Wann:
Freitag, 5. April 2019 von 20:00 bis 22:00

Wo:
Jos fritz Buchhandlung
Wilhelmstraße 15, 79098 Freiburg im Breisgau

Geschlechter-Verhältnisse

Liebe Freundinnen und Freude des Rosa Luxemburg Club Freiburg.
Gerne möchten wir euch auf unten stehende Tagung hinweisen.
Meldet euch bis 9. März an um teilzunehmen!

https://geschlechter-verhaeltnisse.jimdofree.com/

Staat, Recht und Demokratie Eine Einführung in das politische Denken von Marx und Engels

VERANSTALTUNGSORT

Universität Freiburg, Kollegiengebäude I, Hörsaal 1009
Platz der Universität 3
79098 Freiburg

ZEIT

16.11.2018, 19:00 – 21:00 Uhr

Vortrag/Diskussion mit Prof. Andreas Fisahn (Uni Bielefeld)

«Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern», ein bekannter Satz von Karl Marx. Die Welt ändert sich beständig, heute kommt es also darauf an, wer was wie verändert. Marx gilt als Ökonom, vielleicht noch als Soziologe. «Von Haus aus» war Marx jedoch Jurist. So finden sich in seinen Texten vielfältige Aussagen über den Staat und das Recht. Leider blieben diese Aussagen unsystematisch.

Andreas Fisahn hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen einschlägigen Passagen in den Werken von Marx und Engels herauszusuchen, zu systematisieren und zu kommentieren. Er stellt die Zitate in ihren Kontext, weist auf Unstimmigkeiten hin und versucht, diese zu erklären oder «auszubügeln». Damit bietet er einen guten Überblick über das staatstheoretische Denken von Marx und Engels. Er interpretiert die Klassiker radikal, nämlich radikaldemokratisch.

Andreas Fisahn, Prof. Dr. iur., *1960, lehrt Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac. 2018 erschien von ihm das Buch «Staat, Recht und Demokratie. Eine Einführung in das politische Denken von Marx und Engels» (Verlag PapyRossa).

Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Club Freiburg